Seit wann spielst du und bei wie vielen Vereinen warst du schon aktiv?

Ich habe 1989 bei der Eintracht Frankfurt angefangen. Damals gab es hier noch keine Frauenmannschaft, deshalb habe ich bei Heusenstamm zusätzlich bei den Frauen gespielt. In Frankfurt war ich die einzige Frau im Training. Irgendwann kam Corinna dazu (Anm. der Redaktion: Corinna Völker, immer noch aktive Spielerin bei Eintracht Frankfurt). Dann habe ich beim TSV Handschuhsheim gespielt, bis ich dann jahrelang beim HRK als Spielerin aktiv war. 2007 fing ich in Heusenstamm bei Karen als Co-Trainerin an; seit 2010 bin ich nun die Trainerin der Frauen in Frankfurt und der Bundesliga –Spielgemeinschaft SG Rhein Main (Frankfurt/Mainz).

Als Trainerin habe ich auch Unterstützung von meinen Co-Trainern. Karen unterstützt mich bei der BL -Mannschaft und Amit unterstützt mich bei der Eintracht Frankfurt vor allem im 7er. Die BL-Mannschaft besteht ja aus zwei Teams: Frankfurt und Mainz. In der 7er Liga sind wir dann sozusagen Konkurrentinnen.

 

Wie kam es dazu, dass du in der ersten Nationalmannschaft der Frauen spielen durftest?

Ich wurde gleich in meinem ersten Spieljahr bei einem Turnier entdeckt. Das war großartig. Davor hatte ich nicht viel mit dem Sport zu tun.

Auch als ich vom TSV Handschuhsheim zum HRK gewechselt bin, spielte die Nationalmannschaft eine Rolle. Der TSV war eine Legionärsmannschaft, bestehend aus Spielerinnen verschiedener Vereine. Als die Mannschaft auseinanderbrach bin ich zusammen mit Corinna zum HRK gewechselt. Damals war Bärbel Glass dort die treibende Kraft für mich.

 

Welche Position hast du beim Rugby gespielt?

Zweite Reihe. Ich liebe das Gedränge. Das ist geil. Als Stürmer bist du beim Gedränge immer mittendrin. Und musst nicht so viel laufen (lacht).

Eine Zeitlang habe ich Nummer Acht gespielt. Eine Verletzung hat mich da aber rausgerissen. Ich habe mir einen Kreuzbandriss zugezogen und als ich wieder kam war die Position schon wieder besetzt. Wie das halt so ist…

 

Kannst du uns ganz spontan drei Worte nennen, die dir übers Rugby spielen einfallen?

Ach du Schande! Spontan .. (lacht) nach dem Spiel … schwierig

 

Nein, Suse, so kommst du uns nicht davon!

Kameradschaft, Spielfreude, Challenge. Rugby ist eine Challenge. Rugby bringt besondere Menschen zusammen.

 

Was macht die Menschen für dich beim Rugby so besonders?

Zu dieser Sportart kommt nicht jede, nicht jede bleibt bei dieser Sportart. Wer einmal dabei ist und Rugby liebt, wird Rugby für immer lieben. Rugby bedeutet für mich Respekt. Respekt vor der Sportart, Respekt vor der Mitspielerin, Respekt vor der Gegnerin: Das ist Rugby! Eine Lebenseinstellung .

 

Welche Menschen haben dich beim Rugby besonders inspiriert?

Die Mannschaft. Die Mitspielerinnen. Als Spielerin waren es immer meine Mitspielerinnen.

 

Und als Trainerin?

Meine Mannschaft.

 

Was würdest du jungen Spielerinnen mit auf den Weg geben? Hast du da gute Tipps?

Sich keinen Kopf machen. Einfach raus und auf den Platz gehen. Wenn der Ball fällt, dann fällt er. Da sind noch 14 andere auf dem Platz, die ihn aufheben. Das ist Mannschaftssport. Kein Einzelsport.

 

Gibt es keine Voraussetzungen, die man braucht, um eine gute Rugbyspielerin zu werden?

Spaß! Der Spaß treibt voran. Und somit bringt der Spaß auch den Erfolg.

 

Was waren für dich Höhepunkte in deiner Rugbylaufbahn? Als Spielerin und als Trainerin.

Ich durfte 1989 beim allerersten Länderspiel von Deutschland gegen Schweden dabei sein. Das war definitiv einer meiner Höhepunkte. Auch mein letztes Spiel war toll. Da stand ich mit dem HRK auf dem Platz. Am 02.05.2010 gegen den SCN. Das Endspiel um die  deutsche Meisterschaft. Zum Glück war das Spiel schon recht früh entschieden.

Als Trainerin bin ich zufrieden, wenn meine Mannschaft bei einem Spiel das umsetzt, was wir im Training gemacht haben; wenn sie einfach das zeigen, was sie können.

 

Welche Menschen treiben das deutsche Frauenrugby voran

Alle, die etwas tun, treiben Frauenrugby voran. Die Frauen, die zwar nicht mehr spielen, aber immer noch dabei sind. Ein Beispiel dafür ist Bärbel Glass aus Heidelberg. Sie hat damals viel für das deutsche Frauenrugby gemacht. Aber auch aktive Spielerinnen wie Dr. Anne Marie Hofmann (1.Vorsitzende vom DRF) und sämtliche Trainer und Ehrenamtliche zähle ich dazu. Es ist wichtig, dass das Engagement aus unseren Reihen kommt.

 

Und was wünscht du dir für das deutsche Frauenrugby?

Ich wünsche mir, dass wir noch mehr Frauen begeistern für das 15er Rugby; dass wir noch mehr Frauen in die Bundesliga holen. Ich wünsche mir auch, dass mehr Frauen nach ihrer aktiven Laufbahn weiter als Trainerinnen mit dabei sind. Ich finde, es sind trotz Steigerung noch zu wenige, die sich nach ihrer aktiven Laufbahn engagieren.  Wir brauchen unbedingt mehr Trainerinnen.

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